Hier sammele ich mal Tipps, die sonst nur in den einzelnen Seiten verstreut liegen. Das bezieht sich auf Telefone, Fernschreiber und Schreibmaschinen aus den 1920er-1960er Jahren.
Walze mit Schrumpfschlauch beziehen
Eine hart gewordene Walze lässt die Typen hart und laut aufschlagen.
Das Druckbild ist unregelmäßig und manches Loch kann in das Papier
gestanzt werden.
Hier muss man mindestens mal drei Blätter Papier aufeinandergelegt
einspannen. Soll auf einer Maschine aber wirklich öfters geschrieben
werden, empfiehlt sich ein neuer Überzug aus Schrumpfschlauch.
Vorbereitend muss die Walze ausgebaut und glatt geschliffen werden. Bei
Reiseschreibmaschinen ist manchmal so wenig Platz unter der Walze, dass
die Walze vorher abgedreht werden muss. Diese Walzen haben einen kleinen
Durchmesser, der Schrumpfschlauch schrumpft besonders stark und erzeugt
dadurch eine dicke Beschichtung. Den Durchmesser der Walze vorher um
ca. 1,5mm abzudrehen ist manchmal nötig.
Der Ausbau der Walze ist bei jeder Maschine anders. Meistens lässt sich
die Achse in der Mitte mit einem der beiden Knöpfe an der Seite
herausziehen. Die sind meistens einfach eingeschraubt. Oder mit
seitlichen Madenschrauben fixiert.
Es gibt dickwandigen Schrumpfschlauch und der fasst sich an wie
Gummi. Der von mir verwendete hat ungeschrumpft eine Wandstärke von ca.
0,4mm. Laut Angabe des Händlers verdickt sich die Wandstärke beim
Schrumpfen von 50mm Durchmesser auf 25mm auf 1,2mm Wandstärke.
Bestellt habe ich “Schrumpf schlauch Bundware Strom Kabel SET KFZ
Leitung UL Schrumpfschläuche 2:1” Beschreibung: “Aus Polyolefin mit
UL-Zulassung (UL 224)”. Der Ebay-Händler heißt “stick-and-shine”. Ein
Link wäre nicht lange gültig, daher gibt es hier nur die Bezeichnung.

Um den Schrumpfschlauch auf die Walze zu schrumpfen wird ein Heissluftfön verwendet. Man muss schon in der hohen Stufe richtig drauf halten. Weggeschmolzen ist mir der Schrumpfschlauch nie, und wenn man zu wenig Hitze drauf gibt wird es nicht stramm und glatt. Der Schlauch schrumpft übrigens nicht merkbar in der Länge, nur im Umfang. Trotzdem, Überstand lassen und hinterher kürzen.
Man arbeitet sich von einem Ende aus gleichmäßig rundum schrumpfend vor bis zum anderen Ende. Das muss sehr gleichmäßig geschehen, sonst gibt es Blasen und Falten.
Gezeigt wird das in diesem Video ab Minute 5 bis Minute 8:
Recovering a Typewriter Platen
Ich rolle die Walze dabei allerdings nicht auf dem Tisch, und halte sie beim Fönen senkrecht. Ein Handschuh empfiehlt sich dabei. Denn wenn man in der Mitte angekommen ist, muss man die Walze umdrehen und an der fertigen, noch heissen Seite festhalten. Es empfiehlt sich auch ein etwas größerer Heissluftfön, nicht so ein kleiner Heuler wie in dem Video.

Bisher hat das immer gut geklappt. Nur bei der Adler Favorit mit den Stosshebeln hat die Beschichtung dazu geführt, dass die seitlichen Stosshebel, die ja in schrägem Winkel auf der Walze auftreffen, federnd zur Seite springen und dadurch leicht versetzt doppelt aufschlagen. Da musste ich den Schrumpfschlauch wieder runter schneiden. Bei der Erika musste ich vorher abdrehen. Hier habe ich auch die Andruckrollen mit mehreren Lagen Schrumpfschlauch beschichtet. Die Walze der Hermes Baby hat nur 25mm Durchmesser, was zu klein ist für den bestellten Schrumpfschlauch. Vielleicht hole ich das mal nach, dann muss die Walze vorher aber abgedreht werden. Sie lässt sich leicht entfernen, aber Achtung: Der linke Knopf ist mit Linksgewinde angeschraubt.
Einmal gute Schraubendreher kaufen!
Bei Maschinen bis in die 60er hinein wurden vorwiegend
Schlitzschrauben verwendet. Je älter, desto schmaler und scharfkantiger
sind die Schlitze. Normale Schraubendreher von heute sind da viel zu
grob gearbeitet. Die passen in die schmalen Schlitze einfach nicht
hinein. Man macht sie schnell kaputt und hat dann keinen Spass an der
Renovierung eines schönen alten Gerätes.
Es lohnt sich also, nach gutem Werkzeug ausschau zu halten. Sogar im Baumarkt habe ich was gefunden:


In diesem Set waren 8 Schlitz und nur 4 Kreuzschraubendreher enthalten. Eine seltene Mischung und für mich genau passend. Die Suche nach feinem Werkzeug geht aber weiter.
Farbbänder auffrischen
Ich habe schwarze Paginierfarbe bestellt und kann damit Farbbänder
wieder aufbereiten. Paginierfarbe ist ölhaltig, bei wasserbasierter
Stempelfarbe können die Typen rosten.
Man kann Farbbänder, die entweder wenig gebraucht wurden oder NOS sind,
zwar mit WD40 wieder aktivieren, nach meiner Erfahrung hält das aber
nicht lange an. Bei besonderen Farbbändern, z.B. solchen mit 16mm Breite
wie für meine Mercedes, lohnt es sich, dieses mit frischer Tinte zu
versorgen.

Durch die Klammer aus Kupferblech und Filz lasse ich das Farbband direkt in der Maschine laufen, indem ich es ein Mal komplett umspule.
Wenn ein zweifarbiges Farbband benötigt wird, muss man halt zu Neuware greifen. Die Farben darin sind nicht verlaufend, damit sie sich nicht auf dem Band mischen. So ein Farbband hält auch nicht sehr lange, da die Farbe nicht wieder auf den Abdruck des Typen zurückfliesst, wie es bei schwarzer verlaufender Farbe der Fall ist. Ein schwarzes Farbband kann man praktisch nutzen, bis es auseinanderfällt.
Meine neue Version:

Inzwischen gehe ich auch anders vor: Tinte muss alle halbe Meter tropfenweise nachgegeben werden. Dazu kommt ein Sprühstoss aus WD40 zur Verdünnung. Die Tinte verteilt sich dann besser. Das WD40 trocknet mit der Zeit ein.